[If the rest of this file is incomprehensible to you, that's because it
contains german instructions.]
Fr Leute, die englische Texte nicht besonders gut verdauen, sind in dieser
Datei noch einmal die wichtigsten Hinweise zu UAE zusammengefat. Die
englische README-Datei enthlt wesentlich mehr Information; diese deutsche
bersetzung ist nur eine Notlsung.

UAE steht fr Un*x Amiga Emulator, was den Kern der Sache nicht ganz trifft,
da auch Versionen fr Mac, DOS, NextStep, BeBox und Amiga verfgbar sind.

UAE ist Copyright 1995,1996 Bernd Schmidt & Co-Autoren (siehe die Datei
CREDITS). UAE ist Freeware, es darf nichtkommerziell verbreitet werden,
vorausgesetzt alle Dateien werden unverndert in einem Archiv verbreitet, ohne
da Dateien hinzugefgt oder weggelassen werden. Der Preis, der dafr verlangt
wird, darf die Materialkosten nicht wesentlich bersteigen, es darf damit kein
Profit gemacht werden. Einzige Ausnahme sind Sammlungen von PD-Software,
Freeware und Shareware auf CD-ROM, bei denen mehrere Hundert frei vertreibbare
Programme enthalten sind. Es gibt keinerlei Garantie fr das Funktionieren des
Programms, Sie benutzen es auf eigene Gefahr, der Autor bernimmt keinerlei
Haftung fr irgendwelche Schden, die direkt oder indirekt durch die Benutzung
des Programms entstehen.

Wie ich es hasse, so einen Krampf zu schreiben. Jetzt zu interessanteren
Dingen:

[Anmerkung: Manche Versionen von UAE, etwa die DOS- und die Mac-Version haben
zustzliche Readme-Dateien, die Sie ebenfalls lesen sollten, da manche Details
von der Unix-Version abweichen.]

bersicht
=========

UAE emuliert einen A500 mit bis zu 2MB Chipram und 8.5MB Fast-RAM. Die
Emulation ist nahezu vollstndig. Ursprnglich wurde UAE fr Unix-hnliche
Systeme (ich selbst benutze Linux) geschrieben, hauptschlich deswegen, weil
Programmieren unter anderen Betriebssystemen Strafarbeit ist (Fehler=>Absturz).
Die Hard-/Softwarevoraussetzungen fr den Betrieb der Unix-Version sind:
  - 8MB RAM, besser 12-16MB
  - ein schneller Prozessor (i486 ist nicht das Gelbe vom Brot)
  - X11, oder SVGAlib unter Linux
  - ein ANSI-C-Compiler, am besten GCC.
  - optional: Tcl7.4/Tk4.0

Vorbereitungen
==============

Zugriffe auf das Diskettenlaufwerk knnen nur ber einen Umweg emuliert 
werden, da PCs keine Amiga-Disketten lesen knnen. UAE verwendet 
"Diskfiles", das sind genaue Abbilder des Inhalts einer Amiga-Diskette. Solche
Diskfiles sind 901120 Bytes gro und knnen mit dem Tool "transdisk", das UAE 
beiliegt erstellt werden. Um UAE laufenzulassen, bentigen Sie auerdem ein 
Abbild eines Amiga-Kickstart-ROMs. Dieses kann aus Copyrightgrnden nicht mit 
UAE vertrieben werden. Es mu mit dem Tool "transrom" erzeugt werden.
Die beiden Programme finden Sie im Unterverzeichnis "amiga". Sie mssen sie
zunchst auf Ihren Amiga kopieren, entweder ber ein serielles Nullmodem-Kabel
oder mit Hilfe eines Amiga-Programms wie etwa CrossDOS oder MessyDOS, die es
ermglichen, PC-Disks mit einem Amiga zu lesen und zu beschreiben. Dieselbe
Methode kann dann selbstverstndlich auch benutzt werden, um Amiga-Dateien auf
den PC zu kopieren. CrossDOS ist seit einiger Zeit Bestandteil des
Amiga-Betriebssystems, und MessyDOS ist frei erhltlich (u.a. auf einer 
lteren Fish-Disk, Nummer habe ich vergessen). Beachten Sie, da in vielen
Amigas nur DD-Laufwerke eingebaut sind, die PC-blichen HD-Disketten lassen
sich damit nicht verarbeiten.
Wenn Sie die Lsung mit dem Nullmodemkabel benutzen wollen, werden Sie zwei
Terminalprogramme bentigen, sowohl fr den PC als auch fr den Amiga.
Bitte lesen Sie in den jeweiligen Anleitungen der Programme (etwa CrossDOS 
oder die Terminalprogramme) nach, wie diese Programme zu bedienen sind.
Nachdem Sie transrom und transdisk auf den Amiga kopiert haben, mssen Sie dem
AmigaOS beibringen, da diese Dateien ausfhrbare Programme sind. Das
geschieht durch den CLI-Befehl

  "protect transrom rwed" (bzw. "protect transdisk rwed")

Danach knnen Sie die Programme aufrufen:

  transrom >RAM:kick.rom
  
erzeugt eine 524288 Byte groe Kickstart-Datei in der Ramdisk. Diese mssen
Sie auf Ihren PC bertragen und dort in dasselbe Verzeichnis kopieren, in dem
UAE installiert ist.
Mit 
  transdisk >RAM:df0.adf
  
kann die in Laufwerk 0 liegende Diskette in ein Diskettenabbild umgewandelt
werden, welches wiederum in der Ramdisk gespeichert wird. Hierbei kann ein
Problem auftreten, wenn Ihr Amiga wenig Speicher hat (wenn er _sehr_ wenig
Speicher hat, funktioniert schon der obige transrom-Befehl nicht; dann haben
Sie leider Pech gehabt). Sie knnen die Diskette in mehreren Stcken
bertragen. Eine Amiga-Diskette hat 80 Spuren (0..79); mit den Befehlen
 
  transdisk >ram:df0_1.adf -s 0 -e 19
  transdisk >ram:df0_2.adf -s 20 -e 39
  transdisk >ram:df0_3.adf -s 40 -e 59
  transdisk >ram:df0_4.adf -s 60 -e 79

werden vier Teil-Disketten-Abbilder erstellt, (z.B. enthlt df0_1.adf gerade
die Spuren 0 bis 19). Es macht natrlich keinen Sinn, die Befehle in obiger
Reihenfolge aufzurufen, Sie sollten immer nur jeweils eine Datei erzeugen, auf
den PC bertragen, aus der Amiga-Ramdisk lschen und dann fortfahren.
Die vier Dateien lassen sich dann auf dem PC wieder zu einer zusammensetzen,
entweder unter DOS mit

  COPY /B df0_1.adf df0_2.adf df0_3.adf df0_4.adf df0.adf

oder unter Unix:

  cat df0_1.adf df0_2.adf df0_3.adf df0_4.adf >df0.adf

UAE bentigt die Datei "kick.rom" (524288 Byte) und eine Datei "df0.adf"
(901120 Byte), um etwas Sinnvolles zu tun. Diese mssen im gleichen
Verzeichnis stehen, wie UAE.
Die Datei, die das Kickstartabbild enthlt, drfen Sie nicht weitergeben, da
sie Code enthlt, dessen Copyright Commodore-Amiga hlt. Ebenso drfen die
meisten Diskettenabbilder (etwa die Workbench, oder kommerzielle Spiele) nicht
weiterverbreitet werden. Sie drfen mit UAE nur Software benutzen, fr die Sie
das Nutzungsrecht haben.


Compilierung
============

Die Versionen fr Unix, NextStep und BeBox mssen zunchst compiliert werden.
Fr die BeBox mssen Sie dafr ins Verzeichnis "src" gehen und

  make -f Makefile.Be
  
eingeben, auf anderen Systemen mssen Sie zunchst

  configure

aufrufen; dieses Skript analysiert Ihr System und sammelt Informationen (aber
im Gegensatz zu MessySoft-Produkten schickt es sie nicht bers Netz an andere
Leute, sondern erstellt nur die Dateien "Makefile" und "sysconfig.h"). Danach
knnen Sie mit

  make
  
UAE compilieren. Am Ende sollte eine ausfhrbare Datei namens "uae" entstanden
sein. Falls Sie unter Linux die SVGAlib- anstelle der X11-Version benutzen
mchten, geben Sie statt "configure" "configure --without-x" ein.
Sie mssen root sein, um die SVGA-Version starten zu knnen. Machen Sie UAE
besser nicht suid root, wenn Ihnen an der Sicherheit des Systems gelegen ist,
oder Sie knnten bse berraschungen erleben.


Kommandozeilen-Optionen
=======================

Die folgenden Paramter knnen Sie UAE in der Kommandozeile bergeben. Sie 
knnen hufig bentigte Optionen auch in eine Datei namens "~/.uaerc" (Unix)
oder "uae.rc" (andere) schreiben, diese Datei wird von UAE beim Start
gelesen (und wahlweise am Ende geschrieben).

Allgemeine Optionen:
 -h      : Gibt einen Hilfetext aus, der alle Optionen beschreibt.
 -f rate : Bildaufbau-Frequenz einstellen. Je hher "rate" ist, desto
           schneller wird UAE, aber der Bildaufbau ist nicht mehr flssig,
	   sondern abgehackt. Standard ist "-f 1", fr manche Programme
	   knnte "-f 3" empfehlenswert sein.
 -a      : Keine Erweiterungs"hardware" einbinden. Diese Option schaltet
           die Harddisk- und Fastmem-Emulation aus, ist aber mglicherweise
	   fr einige Programme ntig.
 -l lang : Tastatur-Sprache auswhlen. Fr deutsche Tastaturen: "-l de"
 -0 file : "file" wird anstelle von "df0.adf" benutzt, um Laufwerk 0 zu
           emulieren. -1, -2 und -3 funktionieren auch (der Amiga kann bis zu 
	   4 Floppylaufwerke haben)
 -r file : "file" wird als Kickstart-ROM-Datei benutzt.
 -J      : Joystickemulation auf dem Zehnerblock der Tastatur. Sowohl 5 als 
           auch 0 sind dabei Feuerknpfe, 4, 6, 8 und 2 die Richtungen.
 -x      : In der X11-Version von UAE macht diese Option den X-Mauszeiger als
           Fadenkreuz sichtbar (empfehlenswert). In der SVGAlib-Version
	   schaltet sie die Benutzung eines linearen Framebuffers ab, was
	   die Emulation langsamer macht, aber bei Problemen ntig sein 
	   knnte.
 -o      : Erlaubt UAE, die "~/.uaerc"-Datei am Ende mit den aktuellen
           Parametern zu berschreiben.
 -G      : Stellt alle Benutzeroberflchen ab. Nur der Emulator wird
           gestartet.

Externe Hardware emulieren (Drucker, serielle Schnittstelle, Harddisk)
 -M VOLUME:path
 -m VOLUME:path
           Hiermit knnen Sie ein Verzeichnis Ihrer Festplatte vom Amiga aus
	   nutzen. Wenn Sie "-M sound:/usr/amiga/modules" eingeben, wird auf
	   der Amiga-Seite eine Festplatte namens "SOUND:" emuliert, deren
	   Inhalt sich im Unix-Verzeichnis /usr/amiga/modules befindet.
	   Mit -M wird das Verzeichnis schreibgeschtzt gemountet.
 -p cmd  : Schaltet die Druckeremulation ein. Sie bentigen den
           Amiga-Postscript-Druckertreiber der Workbench 3.0. Als Parameter
	   cmd bergeben Sie den Namen des Programms, das zum Drucken
	   gestartet werden soll ("lpr" fr die meisten Unix-Systeme), bzw.
	   den Namen der parallelen Schnittstelle unter DOS ("PRN").
 -I dev  : Schaltet die Emulation der seriellen Schnittstelle ein. dev gibt
           dabei den Devicenamen an (etwa "/dev/ttyS1" unter Linux)
	   Funktioniert noch nicht zuverlssig.

Sound-Optionen:
 -S n    : Falls Ihre Version von UAE Sound untersttzt, knnen Sie hiermit
           einstellen, wie die Soundemulation arbeiten soll.
	   n = 0: Keine vernnftige Soundemulation. Diese Einstellung knnte
	          in unwahrscheinlichen Fllen inkompatibel sein.
	   n = 1: Soundhardware emulieren, aber keinen Sound ausgeben. Diese
	          Einstellung kann deutlich langsamer sein als n = 0.
	   n = 2: Soundhardware emulieren und Sound ausgeben. Empfohlen.
	   n = 3: Soundhardware _exakt_ emulieren. Sie werden keinen 
	          Unterschied hren, aber die Emulation kann hierdurch stark
		  ausgebremst werden.
 -b n    : Soundausgabe mit n Bit (8 or 16)
 -R n    : Soundausgabe mit n Hz, blicherweise 22050 Hz oder 44100 Hz.
 -B n    : Puffergre fr Soundausgabe setzen, standardmig 8192 Bytes.
           Auf schnellen Maschinen knnten kleinere Werte Sinn machen.
	   
Speicher-Optionen
 -s n    : n*256K Slow-Memory emulieren (Adresse 0xC00000). Das Zeug, was
           unten in den A500 reingesteckt wird. Manche Programme brauchen es,
	   obwohl haufenweise anderer Speicher vorhanden ist.
 -F n    : n MB Fast-Memory emulieren (Adresse 0x200000). Das Zeug, was beim
           A500 auer Festplatten in die Seite gesteckt wird.
 -c n    : n*512K Chip-Memory. Sollte man nicht ndern mssen, standardmig
           werden 2MB Chip emuliert.

Debugging-Optionen:
 -D      : Nicht die Emulation, sondern den eingebauten Debugger starten.
 -i      : Ungltige Speicherzugriffe anzeigen.
 -g      : Teile des Betriebssystems emulieren. Dies ist noch nicht sehr
           stabil und wenig empfehlenswert.

Anzeige-Options:
 -H mode : Anzahl der Farben, in der UAE den Bildschirm darstellen soll,
           whlen
 -O mode : Bildschirmuflsung einstellen (s.u.)

Der "mode"-Parameter der Option "-O" wird wie folgt angegeben:
-O Breite:Hhe:Tuning-Parameter
wobei Breite und Hhe die Dimensionen des Fensters (oder den Grafikmodus)
angeben. Die Tuning-Parameter bestehen aus einzelnen Buchstaben, die
angegeben werden knnen (aber nicht mssen):
  l: Schaltet Lores-Darstellung ein, nur jedes zweite horizontale Pixel wird
     gezeichnet. Sinnvoll fr kleine VGA-Auflsungen wie etwa 320x200.
  x,y,X,Y: Wenn "x" angegeben wird, versucht UAE, das dargestellte Bild an
     der richtigen Stelle am Bildschirm darzustellen. Dies ist nur ntig,
     falls die Breite des Fensters weniger als 800 Pixel betrgt (etwa in
     640er oder 320er-Modi). Ohne "x" wird das Bild normalerweise ber den
     rechten oder linken Bildschirmrand herausragen. "y" tut dasselbe fr die
     vertikale Richtung, es ist nur bei Fenstern ntig, die weniger als 300
     Pixel hoch sind. Werden Grobuchstaben fr diese Optionen verwendet
     (X oder Y), so versucht UAE, besonders clever zu sein (aber da ich
     Computern nicht sehr viel Cleverness zutraue, gibt's auch die dummen
     Varianten).
  d: Verdoppelt jede Zeile. Dafr sollte das Fenster dann mindestens 600
     Zeilen hoch sein. Der Vorteil ist, da Interlace-Screens besser
     dargestellt werden (aber es luft auch langsamer).
  c: Quetscht das Amiga-Bild so, da es mit den gewhlten Dimensionen des
     Fensters so gut wie mglich bereinstimmt.
     
Beispiel: "-O 320:200:lXYc" ist der kleinste sinnvolle Modus. Durch das "c"
werden Amiga-Screens, die 320x256 Pixel gro sind, durch Weglassen einzelner
Zeilen auf 320x200 gestaucht (ohne "c" werden keine Zeilen zwischendurch
weggelassen, es fehlt dann einfach der untere Rand des Bildes).
Die grte sinnvolle Auflsung ist "-O 800:600:d", dazwischen gibt es
verschiedene sinnvolle Einstellungen, etwa "-O 640:480:X" oder auch 
"-O 640:480:XYdc". Am besten, Sie experimentieren ein wenig damit.

Farb-Modi:   0 (256 Farben); 1 (32768 Farben); 2 (65536 Farben)
             3 (256 Farben, allerdings gerastert um die Qualitt zu
	        verbessern (ist etwas langsamer als Modus 0)
	     4 (16 Farben, gerastert); 5 (16 Millionen Farben)


Hufige Probleme
================

Manche Kickstart-ROM-Versionen (aus neueren A4000 und A1200) sind fr den
68020 compiliert, der von UAE derzeit noch nicht 100% emuliert wird, daher
laufen diese Kickstarts nicht.

Auf manchen Linux-Systemen ist ein kaputter Linker installiert. Falls Sie
Fehlermeldungen der Sorte "final link failed: Bad value" beim Compilieren
kriegen, sollten Sie sich von sunsite.unc.edu:/pub/Linux/GCC eine neuere
Version der binutils besorgen. Allerdings sollten Sie die Hinweise, die in den
"release.*"-Dateien stehen, genau beachten.


Adresse des Autors
==================

crux@pool.informatik.rwth-aachen.de

oder mit der gelben Post:

Bernd Schmidt
Schloweiherstrae 14
52072 Aachen

(bitte nicht anrufen, wenn's geht)

Wenn Sie Verstndnisprobleme mit diesem Text haben oder Teile der englischen
Dokumentation nicht verstehen, versuchen Sie bitte, jemand in Ihrer Nhe zu 
finden, der Ihnen die Dinge erklren/bersetzen kann. Ich kann nicht jedem 
Computerneuling noch einmal lang und breit erklren, wie man (beispielsweise) 
CrossDOS bedient: dazu gibt's bei CrossDOS auch eine Dokumentation. Ich
versuche, zu helfen, aber manche Dinge sind zu zeitaufwendig.
